Durchführung der Spirometrie (Lungenfunktionstest)

Die Spirometrie (Kleine Lungenfunktion) ist die einfachste Messung atemabhängiger Lungenvolumen. Sie wird typischerweise zur ersten Orientierung durchgeführt, um festzustellen, ob überhaupt eine Einschränkung der Lungenfunktion vorliegt.

Zu dieser Untersuchung muss nach den Anweisungen einer Assistenz-
person über ein Mundstück in ein Mess-System geatmet werden.
Die Nase wird dabei mit einer Nasenklemme verschlossen.

Mittels Spirometrie kann auch eine sogenannte Fluss-Volumen-
Kurve aufgezeichnet werden. Der Patient atmet dabei maximal
tief ein und danach maximal schnell und heftig wieder aus.
Dabei wird der Atemfluss als Gasströmungsgeschwindigkeit
gemessen und gegen das geatmete Volumen aufgetragen.
Aus dieser Fluss-Volumen-Kurve lassen sich die Atemstromstärken
bei verschiedenen Füllungszuständen der Lunge bestimmen.

Die Fluss-Volumen-Kurve und die damit bestimmten Atemstrom-
stärken können bei verschiedenen Erkrankungen ganz charakteristische Veränderungen zeigen.

Die Abbildung zeigt, wie bei der Spirometrie geatmet werden muss,
um die verschiedenen Messwerte zu erhalten, die in der Atemkurve
dargestellt sind.

Kinder- und Jugendarzt-Praxis Dr. Beschorner in 36381 Schlüchtern, Spenglersruh  1b
Bild Lungenfunktionstest

Die Auswertung der Ergebnisse erfolgt meist unmittelbar.
Die Untersuchung dauert nur wenige Minuten.


Die wichtigsten Funktionsgrößen, die bei der Spirometrie
gemessen werden, sind:

-
Vitalkapazität (VC): das Volumen, das maximal ein- bzw.
- ausgeatmet werden kann, nachdem zuvor maximal aus- bzw.
- eingeatmet wurde.
-
Einsekundenkapazität (FEV1): das Volumen, das maximal in
- einer Sekunde ausgeatmet werden kann. Die FEV1 ist ein Maß
- für die Weite der Atemwege, denn je weiter diese sind, desto
- mehr Volumen kann in einem bestimmten Zeitraum ausgeatmet
- werden.
- Die relative Einsekundenkapazität (der sog. Tiffeneau-Wert)
- berechnet sich aus der FEV1 und der Vitalkapazität (FEV1/VC).
- Der Tiffeneau-Wert sagt aus, wie viel Prozent der Vitalkapazität
- in der ersten Sekunde einer maximalen Ausatmung ausgeatmet
- werden kann.
- Atemzugvolumen (VT): Volumen, welches bei einem Atemzug
- (beispielsweise in körperlicher Ruhe) ein- bzw. ausgeatmet wird.
- Inspiratorisches Reservevolumen (IRV): Volumen, das nach einer
- normalen Einatmung (Inspiration) noch eingeatmet werden kann.
- Exspiratorisches Reservevolumen (ERV): Volumen, das nach
- einer normalen Ausatmung (Exspiration) noch ausgeatmet
- werden kann.
- Peak-Flow: maximale Atemstromstärke bei forcierter, also
- bewusst besonders kräftig durchgeführter Ausatmung.
- MEF 75, MEF 50 und MEF25: MEF = maximale expiratorische
- Atemstromstärke (flow), also die maximale Atemstromstärke,
- die bei der Ausatmung erreicht werden kann, und zwar bei
- 75, 50 und 25 Prozent der Vitalkapazität.

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